on hold.

"Ich würde das ja so machen", beginnt sie eine ihrer immer so geradlinigen Ausführungen, 
"sag ihm: hey, klär das für dich, entscheide dich für oder dagegen und zieh es durch aber denke dabei nicht an mich, denn ich bin vielleicht einer der Knackpunkte, die dir das Problem nochmal ganz akut vor Augen geführt haben, aber egal wie du dich entscheidest, es ist kein für oder gegen MICH, ich erwarte nichts und warte auf nichts. Vielleicht möchte ich dich nicht mehr näher kennen lernen und ziehe mich zurück, vielleicht tritt das Gegenteil ein, ich kann es nicht sagen und will es auch nicht, weil es gerade, in dieser Situation keine Priorität hat. Du musst eine Lösung finden und unabhängig davon werde ich noch da sein oder auch nicht. DAS liegt ganz bei mir. "

"Du hast vollkommen Recht", stimme ich ihr zu. "Genau das ist, was ist. Nichts anderes sollte ich tun und denken und ich muss sagen, es fühlt sich gut an das auszusprechen." 

"Ja weil du ihn nicht brauchst. Weil du eigentlich gerade niemanden brauchst um dich gut zu fühlen und das "eigentlich gerade" streich auch mal wieder." 


Ich könnte sie dafür jetzt umarmen, weil sie immer so genau weiß, was sie sagen muss ohne mir dabei lediglich einen Gefallen zu tun. Doch ich rühre mich nicht, denn sie weiß es auch so. Und dafür bin ich ihr immer wieder verdammt dankbar. 

Ich bin gerade noch unsicher, ob ich hier über Freundschaft oder Liebe schreibe, über Ihn oder Sie oder irgendwie auch beide, ich könnte mich gerade in zwei Richtungen mit Worten ausbreiten und hätte komplett unterschiedliche Enden parat. Doch wenn ich einfach mal in mich hineinschaue und fühle, kann ich keine runde Schlussfolgerung aus meiner Situation ziehen, sondern nur Faktenfetzen, die sich in mir in den letzten Tagen und Wochen immer mehr herauskristallisiert haben. 


"...denn immer wenn was neu beginnt sagt auch etwas in mir: Das wars."


  • Manchmal braucht es dann doch kein klärendes Gespräch mehr, wenn das, was man stattdessen bekommt, nämlich die kältesten aller Blicke und Worte eigentlich schon alles erledigen. Einmal alles eingefroren und dann gefühlt aus dem 10. Stock geschmissen. Was übrig bleibt ist da tatsächlich nicht mehr viel und ich schätze das ist auch gut so, denn was ich ihm noch wert war hab ich zu deutlich gespürt und was Worte nachts um 2 zwischen den Laken zu bedeuten haben ist mir nun auch klar. Nichts. Reine Taktik und Selbstbetrug. Danke dafür, МУДАК. Das hat mir sehr geholfen, ich bin durch damit.
  • Dass man dann, bevor man sich dann endlich auf den Weg "zu sich selbst" machen kann um mal wieder klar zu kommen und etwas abzuschalten schon wieder das nächste Projekt in Sachen "Komplizierter gehts nicht" aufgabelt, war so nun wirklich nicht geplant, aber wenn ich mein Leben so betrachte auch irgendwie klar. Was das angeht weiß ich: es tut gerade so gut, ihn um mich zu haben, weil es mit Abstand der interessanteste Mensch ist, der mir in den letzten Monaten über den Weg gelaufen ist und nebenbei so erfrischend ehrlich, dass ich das noch gar nicht richtig glauben kann, doch ich weiß ebenfalls genau: bis zu dem Punkt und nicht weiter. Verlieben ist nicht, jedenfalls so lange nicht, bis er Klarheit geschaffen hat. Denn eins ist klar: Ich bin kein Ersatzprodukt, keine Cola light. 
  • Wenn ich mich wieder auf irgendwas Tieferes und Intensives einlassen sollte, muss da noch einiges passieren. Dafür muss ich wirklich richtig umgehauen werden, denn gerade bin ich wirklich einfach nur durch damit. Ich will mir nicht mehr den Kopf zerbrechen und warten, ich will die verdammten Schmetterlinge nicht in meinem Bauch und ich will vor allem nicht wieder so sehr verletzt werden. 
  • Und dennoch hab ich ein eher gutes als schlechtes Gefühl, wenn ich an ihn denke. Trotz der Umstände bin ich froh, wie es ist und dass er da ist. Er schließt eine Lücke, er lässt mich vergessen und er hilft mir, ohne es zu wissen, zu heilen. 

Und am Ende könnte es sogar endlich mal so sein, dass ich mich absolut frei und ohne jegliche Altlasten auf Jemanden einlasse... Ich hoffe nur, ich bin damit dann nicht allein.


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