All I was searching for was me.

Groß sollte er sein, sehr groß. Nicht weil ich selbst so groß bin, einfach weil ich mich sonst nicht wirklich sicher fühlen kann. Und kein Lauch, ein bisschen Schnitte. Männlich, ein Macher und älter, reifer, anders. Aber gleichzeitig mit Flausen im Kopf, die ihn dazu veranlassen, mich einfach zu schnappen und wohin zu fahren. Ins Grüne oder ins Blaue, ohne Plan aber mit Leidenschaft und Spontanität. Ich will mitgerissen werden und nicht runtergezogen. Ich will mich leicht fühlen und nicht haltlos. Ich schätze kleine Gesten so viel mehr als teure Geschenke und mein Herz klopft dann wie verrückt, wenn ich merke, dass man mich versteht, sich für meine Gedanken interessiert und ich auch mitreißen und begeistern kann. Jemand, der Kompliziert aushalten kann und nicht Einfachheit fordert, mit dem es aber einfach ist, losgelöst und glücklich zu sein. Man könnte es wählerisch nennen, oder oberflächlich. Doch zu wissen, was ich will, macht es mir leichter abzulehnen, was ich nicht gebrauchen kann. Keine Zeit für Zeitverschwendungen mehr. Meistens zumindest. Denn neben all den äußerlichen Merkmalen und Charaktereigenschaften ist dann doch wieder so oft der Zeitpunkt das Entscheidenden. Und der hat sich zuletzt immer gegen mich entschieden, denn es kann noch so gut aussehen und sich richtig anfühlen, wenn die Umstände nicht mitspielen, hilft das alles nicht und es ist am besten sich frühzeitig zurück zu ziehen um zu verhindern, dass es später wirklich weh tut. Lieber ein frühes, hartes Ende als ein endloses Hin und her. Wenn ich was gelernt habe, dann ist es wohl das.

Samstagabend alleine im Bett verbringen und denn Sonntag ebenfalls alleine starten? Macht mir nichts aus. Ich könnte ausgehen und mich immer wieder von mir selbst ablenken, aber das möchte ich nicht. Das ist doch die wichtigste Beziehung die ich habe, die zu mir selbst. Die einzige, die niemals enden sollte und die deshalb permanente Pflege benötigt. Sich selbst nicht zu mögen und nicht allein sein zu können, ist wohl das Traurigste und Tragischste überhaupt. Denn von Außen kann man nie konstant das bekommen, was man sich selbst geben kann und all die Liebe und Zuwendung, die einem ein Anderer geben kann, wird niemals das füllen können, was fehlt, wenn man sich nicht selbst liebt. Da kann man gießen und düngen wie man will, man bleibt ein vertrocknetes Pflänzchen, wenn man sich nicht das Richtige geben kann. Und damit meine ich nicht, dass man 100 Prozent mit sich zufrieden sein muss. Dass man sich selbst uneingeschränkt toll finden und beinahe am Narzissmus leben sollte. Vielmehr ist es doch wichtig, seine Schwächen und Macken zu kennen und DENNOCH nicht zu verzweifeln, sondern sich darauf einzulassen und daran zu arbeiten. Es gibt zig Dinge, die ich an mir nicht leiden kann, äußerlich wie innerlich und dennoch mag ich das, was dahinter steckt. Weil ich meine Absichten kenne und meinen Wert, weil ich weiß, dass ich im Grunde "gut" bin und in mir noch so Einiges steckt und ich noch lange nicht fertig bin mit "etwas werden" und trotzdem schon etwas bin. 

Und deshalb bin ich vielleicht gerade zum ersten Mal nicht nur okay mit der Situation, sondern richtig froh darum. Ich vermisse Niemanden an meiner Seite, ich kann auch alleine oder mit den Mädels bei Ikea Spaß haben ohne die Pärchen und Familien zu beachten. Ich bin ganz einfach mal nur auf mich fokussiert und bin Niemandem gegenüber was verpflichtet.

Ich habe mich. Und das ist einfach alles, was man braucht. 

Und alles andere kommt mit der Zeit, kommt wenn die Zeit richtig ist und ich bereit. Doch jetzt steht erstmal mein ganz eigenes Abenteuer an und ich freue mich riesig darauf.



Kommentare